Treib- und insbesondere Hütehunde wie z.B. der Border Collie werden aufgrund ihres
ansprechenden Äußeren, ihrer Gelehrigkeit und ihrer viel zitierten „Leichtführigkeit“
heutzutage als Freizeitpartner und Familienhund immer beliebter. Doch diese Hunde
sind u.a. deswegen kör-perlich und geistig so flexibel, weil sie Jahrtausende als
reine Arbeitshunde gezüchtet wurden – demzufolge sind sie in einer Funktion als reiner
Familien- und Freizeithund schlichtweg unterfordert. Sie verbringen die meiste Zeit
– den Arbeitstag des Menschen – in einer für sie unnatürlichen Arbeitslosigkeit;
kommt der Mensch dann nach Hause, so erwartet ihn ein ausgeruhter und hoch motivierter
Hund, der nur darauf gewartet hat, endlich das tun zu dürfen, wozu er (von uns Menschen)
ganz gezielt gezüchtet wurde.
Treibball ist deswegen eine sehr sinnvolle Beschäftigung, weil hierbei nicht nur
die körperliche Komponente, sondern v.a. auch die geistigen Voraussetzungen des Hundes
berücksichtigt und auf eine natürliche Art und Weise gefördert werden. Der Mensch
spielt dabei den Part des Schäfers, der die Richtungen anzeigt, einweist, stoppt
oder antreibt – der Hund erfährt auf diese Weise, dass es Sinn und Spaß macht, mit
seinem Menschen zu kooperieren und sich an ihm zu orientieren; Kommunikation spielt
auch hier eine wichtige Rolle.