Problemhunde: Verhaltenstherapie
„Mein Hund zieht an der Leine…ist kaum noch zu halten“
„Mein Hund zerlegt Einrichtungsgegenstände...bleibt nicht alleine“
„Mein Hund reagiert aggressiv auf Besucher, Artgenossen, Fahrradfahrer, Jogger…“
„Mein Hund haut ständig ab…jagt Wild…“
„Mein Hund knurrt mich an, wenn ich…“
Hunde, die diese oder ähnliche Verhaltensweisen zeigen, werden oft als Problemhunde
bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein umweltbedingtes Problemverhalten, bei dem
der Hund Verhaltensweisen zeigt, die aus seiner Sicht völlig normal sind (weil er
einen Grund für sein Verhalten sieht), dem Menschen aber Probleme bereiten, weil
sie das Zusammenleben von Mensch und Hund negativ beeinflussen oder gar unmöglich
machen. Aber auch beson-ders ängstliche Hunde, oft als „Schisser“ belächelt oder
verharmlosend als „Angsthase“ bezeichnet, gehören zu dieser Gruppe. Sie machen dem
Menschen zwar wenig(er) Probleme, weil sie eher mit Rückzugsverhalten reagie-ren,
leiden aber innerlich unter ihrer Angst und benötigen daher ebenfalls unsere Hilfe.
Darüber hinaus kann ein Problemverhalten auch auf einer echten Verhaltensstörung
beruhen.
Für die Wahl der Therapie ist daher eine genaue Diagnose von entscheidender Bedeutung,
denn Probleme kön-nen nur dann erfolgreich angegangen werden, wenn man deren Ursache(n)
kennt. Realität ist, dass es keine Pauschal- oder Patentgründe gibt, warum ein Hund
so reagiert und ebenso wenig gibt es weder Pauschalrezepte noch allgemeingültige
Tipps oder Tricks. Wer dem Hund pauschal oder vorschnell einen Grund unterstellt
und un-reflektiert damit beginnt, ihm unerwünschte Verhaltensweisen abtrainieren
zu wollen, sie „abzustellen“, sie ihm „auszutreiben“, der betreibt oberflächliche
Symptombekämpfung, die zwar u.U. kurzfristig ein Symptom zum Ver-schwinden bringen
und den Hundebesitzer somit zufrieden stellen kann, die aber gleichzeitig leider
auch schon das nächste Symptom produziert. Hundebesitzer sind dann oft verwundert,
warum ihr Hund kurze Zeit später ein neues Problemverhalten entwickelt, denn sie
sehen keinen Zusammenhang zwischen dem ursprünglichen und dem nun folgenden, nächsten
Symptom – aus ihrer Sicht heraus zeigt der Hund dann ganz einfach ein für sie voll-kommen
unverständliches und sinnloses Verhalten. Und somit ist die nächste „Behandlung“
auch schon wieder vorprogrammiert – reine Symptombekämpfung führt langfristig nicht
zum Erfolg.
Im Rahmen einer fundierten Verhaltenstherapie hingegen wird zweigleisig gearbeitet:
Erst nach detaillierter Analyse aller, das Problemverhalten verursachenden Faktoren
kann eine genaue Diagnose erfolgen und, darauf aufbauend, ein individueller Therapieplan
erstellt werden, der sich - je nach Einzelfall - un-terschiedlicher Therapieformen
bedient. Daneben wird gleichzeitig am Aufbau eines stabilisierenden Vertrauens-verhältnisses
zwischen Mensch und Hund gearbeitet, denn nur auf der Grundlage von Vertrauen und
Sicherheit kann eine dauerhaft tragende Beziehung zwischen Mensch und Hund entstehen
und Therapie wirklich erfolgreich sein.