Beratung – wozu?
Die durchschnittliche Lebensdauer von Hunden bewegt sich bei +/- 12 Jahren; dies
ist auch der Zeitraum, den sie mit ihren Menschen verbringen – eine Zeit, die von
Freude und Gemeinsamkeit(en), aber auch von permanentem Ärger, Frust, Enttäuschung
und Wut geprägt sein kann, denn holt man einen Hund zu sich, so holt man sich neben
art- und rassespezifischen Merkmalen gleichzeitig auch seine ganz individuelle Persönlichkeitsstruktur
und Vorge-schichte – Probleme werden oft gratis mitgeliefert. Jeder Hund ist anders
– ist er ganz anders, als man sich ihn vorgestellt hat, hat man in der Regel ein
Problem, denn ein Hund ist kein Gebrauchsgegenstand, den man – sollte er nicht wunschgemäß
funktionieren – nach Belieben zurückgeben und umtauschen kann. In seiner Natur liegt
es nicht, sein Rudel ständig zu wechseln, in der Regel bleibt er sein Leben lang
bei seiner Familie bzw. entscheidet selbst, ob oder wann er diese verlässt.
Die Entscheidung für einen Hund ist also mit einer großen Verantwortung und mit Verpflichtungen
ihm gegenüber verbunden, denn nicht der Hund klingelt an unserer Tür, weil er sich
für uns entschieden hat, sondern wir suchen ihn aus und entscheiden, wo und mit wem
er von da an leben soll. Momentane Stimmungen, gut gemeinte, aber oft einseitige
Ratschläge von Bekannten, Emotionen wie Mitleid etc. und vor allem auch das Aussehen
eines Hun-des spielen in den meisten Fällen eine ausschlaggebende Rolle. Doch Mitleid
allein genügt nicht, und das alltägli-che Zusammenleben mit dem Hund wird nicht primär
von seinem Aussehen, sondern vielmehr von seinem Verhal-ten bestimmt. Der schönste
Hund und „beste Freund“ wird für viele Menschen ganz schnell zum Störfaktor und ärgsten
Feind, wenn ein entspanntes Miteinander nicht (mehr) möglich ist.
Das Beratungsgespräch vor Erwerb eines Hundes soll nicht dazu dienen, Menschen eine
bestimmte Vorstellung auszureden, sondern will auf ganz individuelle Situationen
und Konstellationen eingehen, kompetent und umfas-send informieren, aufklären, gezielt
Hilfestellungen geben und somit bereits im Vorfeld dazu beitragen, potenziel-len
späteren Probleme weitestgehend vorzubeugen. Vor allem aber will es objektiv und
sachlich Fragen, u.a. zu folgenden Themenbereichen, beantworten:
Züchter, Tierheim oder Hund aus dem Ausland, Welpe oder erwachsener Hund, Rassehund
oder Mischling, rasse-spezifische Eigenheiten und daraus sich ergebende Konsequenzen,
Rüde oder Hündin, Kombination Kind(er) und Hund, Ankunft und optimale Eingewöhnung
des Hundes in sein neues Zuhause….., kurz: Welcher Hund passt in welches Umfeld?